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Anwendungen

Der pH-Wert bei der Reinigung von Wolle und anderen tierischen Fasern

Veröffentlicht von Sabrina Mesters-Wöll am 29.01.2020 09:57:50

alpaca-4755033_1920-ABereits zehntausende Jahre vor unserer Zeitrechnung begann der Mensch mit dem Spinnen von Wolle zu Garn, um daraus Tuch herzustellen. Im Laufe der Jahrtausende wurden die Prozesse der Garn- und Tuchproduktion immer weiter perfektioniert – von der einfachen Handspindel über das Spinnrad bis hin zu hochtechnisierten Spinn- und Webmaschinen. Heutzutage ist die Wollindustrie in der ganzen Welt etabliert, rund um den Globus herum werden Wollerzeugnisse produziert und gehandelt.
Ihre langlebigen und wasserbeständigen Eigenschaften, ihr hoher Tragekomfort und ihr edles Erscheinungsbild machen Wolle nach wie vor zu einer beliebten und kostbaren Textilfaser.

Die Erzeugung einer guten Wollqualität und ihre Veredelung beginnt schon bei den Faserlieferanten – meist sind das Schafe, aber auch Edelhaarziegen oder die immer beliebter werdenden Alpakas. Abgesehen von der Gesundheit und dem Pflegezustand der Tiere ist auch die Art der Schur von großer Bedeutung. Sie muss mit Sorgfalt erfolgen, so dass das Vlies in einem Stück erhalten wird.

Die nächsten Verarbeitungsschritte sind nicht weniger wichtig. Zunächst wird die Wolle einer Vorsortierung unterzogen, um minderwertige und verunreinigte Abschnitte zu entfernen. Nach einer weiteren Sortierung nach Länge und Stärke der Fasern wird die Wolle gewaschen. Dabei werden Fette (Lanolin usw.) und sonstige Rückstände aus den Fasern entfernt. Auch dieser Schritt muss mit Sachkenntnis erfolgen, da unsachgemäß gereinigte Wolle zu Problemen bei der Verarbeitung führen kann. Um am Ende kein fettiges Produkt zu erhalten, muss zwar das meiste Fett aus der Wolle entfernt werden, seine vollständige Entfernung führt aber dazu, dass die Wolle verfilzen kann oder unelastisch, brüchig und somit nicht spinnfähig wird.
Um die Fasern geschmeidig zu halten, werden den Reinigungsbädern häufig Chemikalien zugesetzt, welche die Wolle vor dem Auslaugen und Verfilzen schützen.
Der pH-Wert des Reinigungsbades ist dabei ein kritischer Parameter. Wenn er nicht richtig eingestellt wird (im Einzelnen abhängig vom Typ des Reinigungssbades), können die Fasern ausfransen und spröde werden.

Bei der traditionellen Reinigung wird die Wolle in einer warmen Lauge bei pH 10-11 gewaschen. Bei besonders fettigen Fasern kann auch eine Reinigung mit Lösungsmitteln erfolgen. Nach der Wäsche werden die Fasern mit Wasser oder weiteren Lösungsmitteln gespült.

Eine Alternative zu diesen Reinigungsmethoden stellt die saure Reinigung dar. Hierbei erfolgt die Faserwäsche in einer sulfathaltigen Lösung bei 150 °C. Während der Wäsche können pflanzliche Ölsäuren hinzugefügt werden, um die Wolle rückzufetten. Die Säurebäder werden in der Regel auf einen pH-Wert zwischen pH 4 und 6 eingestellt. Das Einhalten dieses pH-Bereichs hält die Wolle an einem neutralen isoelektrischen Punkt und schont die Fasern. Nach dem Hauptbad folgt in der Regel eine Spülung mit klarem Wasser zum Entfernen des Reinigungsmittels.

Abschließend an die Reinigung wird der pH-Wert der Wolle selbst gemessen, indem wässrige Extrakte von Wollproben hergerstellt werden. Der pH-Wert der Wolle ist wichtig, denn er wirkt sich auf Haltbarkeit und Färbbarkeit der Fasern aus. Wenn der pH-Wert der Fasern bekannt ist, können Färbebäder entsprechend eingestellt werden.

HI2020-Beaker_720x720_72_RGBHanna Instruments bietet eine Auswahl von pH-Messgeräten und Elektroden, die auch gut in Wollveredelungsbetrieben eingesetzt werden können. Wir möchten in diesem Artikel stellvertretend das Messgerät HI2020 edge® vorstellen, das sich durch seine Vielseitigkeit und ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis ideal für kleine bis mittlere Betriebe eignet.

Das HI2020 verfügt über einen großen, leicht lesbaren LCD-Bildschirm mit intuitiver, kapazitiver Touch-Tastatur. Es bietet diagnostische Funktionen einschließlich CAL Check™. Die CAL-Check Funktion warnt den Benutzer vor möglichen Problemen, wie z.B. verschmutzter Elektrode oder kontaminierten Puffer. Sobald die Sonde kalibriert wurde, wird der Elektrodenzustand angezeigt. Ein weiteres attraktives Merkmal des HI2020 ist die mitgelieferte Wandhalterung zur platzsparenden Installation. Die Akkulaufzeit von etwa 8-Stunden gewährleistet Mobilität und flexiblen Einsatz des Geräts über die gesamte Produktionskette hinweg.

Als Elektrode empfiehlt sich die digitale Glaskorpuselektrode HI11311 mit Matching Pin. Sie verfügt über eine sphärische Hochtemperaturglasspitze, die in Proben bis zu 100°C eingesetzt werden kann. Die integrierte Sensor Check™ Funktion hilft bei der Identifizierung von Problemen wie Risse im Glaskolben oder ein verstopftes Diaphragma. Die doppelte Referenz eignet sich gut für den Einsatz in lösungsmittelhaltigen Bädern, denn sie sorgt dafür, dass der Silberelektrolyt der Elektrode nicht in Kontakt mit der Probe gelangt. Dies verhindert Silberfällungen und Verstopfung des Diaphragmas.

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Haben Sie noch weitere Fragen zum Thema? Dann zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, unsere Mitarbeiter beraten Sie gern.

Themen: pH-Wert, Agrar und Gartenbau, Wasser, pH-Meter, Temperatur, Wasserhärte

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